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Inncona Anleger – Vertriebsfirma wegen vorsätzlicher Falschberatung zum Schadensersatz verurteilt

 

Das Urteil des Landgerichts Krefeld vom 15.07.2010 ist schon allein vor dem Hintergrund erwähnenswert, dass das Gericht in dem zugrunde liegenden Fall von einer vorsätzlichen Falschberatung des Vermittlers bei der Anwerbung der Inncona Anleger ausgeht. Der Vermittler habe unsere Mandantschaft vorsätzlich Informationen vorenthalten, um Provisionen in erheblichem Umfang zu kassieren. Denn zum Zeitpunkt der Einwerbung unserer Mandantschaft stand bereits fest, dass die Initiatoren des Kapitalanlagemodells mehr Anleger anwarben als Kapazitäten und Investitionsmöglichkeiten vorhanden waren. Die gegründete Gesellschaft konnte dementsprechend keinen einzigen Geschäftsvorfall nachweisen. Die Kommanditeinlage war gegenüber den Initiatoren nicht mehr zurück zu erlangen.

Aber auch in weniger eindeutigen Fällen bestehen Erfolgsaussichten provisionsgierige Vermittler in die Schranken zu weisen.

Auch wenn erkennbar kein Anlageberatungs- sondern Vermittlungsvertrag zustande gekommen ist, muss der Vermittler über alle für die Anlageentscheidung wesentliche Umstände aufklären. Der Anlageberater schuldet darüber hinaus die Bewertung dieser wesentlichen Umstände.

Ob ein Beratungsvertrag oder Vermittlungsvertrag zustande kommen soll, hängt von den Umständen des Einzelfalles, namentlich von der Frage ab, ob der Anleger mit konkreten Vorstellungen an den Vermittler herantritt oder offenlegt, über keinerlei Erfahrungen zu verfügen.

Im vorliegenden Rechtsstreit kam es auf derartige Rechtsfragen nicht an, weil schon die allgemeinen Pflichten eines Anlagevermittlers vorsätzlich verletzt wurden.

Anleger von Inncona-Gesellschaften sollten in jedem Fall Ausstiegsmöglichkeiten aus ihren Beteiligungen von Fachanwälten prüfen lassen. Aber auch andere Fälle geschlossener Beteiligungen, welche notleidend geworden sind, sollten einer Überprüfung unterzogen werden, weil die Möglichkeit besteht, dass im Rahmen der Vertragsanbahnung Informationen nicht richtig erteilt, bzw. vorenthalten worden sind.

Martin Seidel
Rechtsanwalt